FIRST RESPONDER

First Responder –  Schnelle Hilfe für unsere Bürger

Die ehrenamtliche und kostenfreie medizinische Ersthilfe bei lebensbedrohlichen Personenschäden oder Erkrankungen dient zur Überbrückung des therapiefreien Intervalls. Liegt eine Notarztindikation (z.B. Bewusstlosigkeit, Herzkreislaufstillstand oder schwere Verletzung) vor und ist der Rettungswagen nicht im unmittelbaren Ortsbereich greifbar, rücken zwei Feuerwehrleute aus. Dabei leisten sie mit einer erweiterten medizinischen Ausbildung wertvolle Hilfe um die ersten Minuten im Notfall fachgerecht zu überbrücken, bis Rettungswagen und Notarzt eintreffen. Die ersten Minuten entscheiden über den medizinischen Erfolg und das Überleben des Patienten!

Rund um die Uhr tragen sich je zwei als First Responder ausgebildete Einsatzkräfte in einem Schichtplan ein. Die Tagschicht dauert von 7 bis 16 Uhr, die Nachtschicht von 16 bis 7 Uhr. Ihnen stehen zwei First Responder-Fahrzeuge zur Verfügung. Diese stehen nicht im Gerätehaus, sondern parken beim Diensthabenden zu Hause oder am Arbeitsplatz. Damit fahren sie zum Einkaufen oder bringen ihre Kinder zur Schule, damit sie im Alarmfall sofort ohne jegliche zeitliche Verzögerung ausrücken können. Dieses unverzügliche Reagieren auf den Notfall, die Ortskenntnis und die kurzen Fahrtstrecken machen die First Responder so wertvoll. Denn innerhalb weniger Minuten erreichen sie den Einsatzort.

Um eine lückenlose Verfügbarkeit zu garantieren, müssen ausreichend Personalkapazitäten geschaffen werden. Die etwa 50 Kameradinnen und Kameraden leisten den Dienst wie auch den restlichen Feuerwehrdienst ehrenamtlich und opfern dabei viel Freizeit. Jeder Feuerwehrmann ist als Ersthelfer und in der Bedienung des Defibrillators geschult. Zusätzlich müssen die First Responder einen Lehrgang absolvieren, der in 92 Stunden sowohl einen ausführlichen Theorieteil als auch realistisch gestaltete Fallbeispiele beinhaltet. Eine halbjährliche Wiederholungsschulung unterstreicht die zeitintensive Qualifikation der Kräfte. Hinzu kommt ein ärztlicher Leiter, der in der Person von Dr. Robert Spieß von der Klinik München-Perlach gewonnen werden konnte.

Entstanden ist das vielfach bewährte Konzept in den USA, so wurde auch der Begriff „First Responder“ in Deutschland übernommen. In manchen Landesteilen hat sich dafür der Name „Helfer vor Ort HVO“ eingebürgert. Seit 1994 leisten im Münchner Landkreis Feuerwehren wie Unterschleißheim, Aschheim oder Hofolding diesen Dienst. Die Ottobrunner Feuerwehr ist seit dem 9. Juli 2006 dabei.

Zu erwähnen ist auch, dass diese Einführung des First Responder-Dienstes nicht von Anfang an selbstverständlich war und auf erhebliche Skepsis gestoßen ist. Fragen, ob die Belastung für die Kräfte und die zusätzliche Ausbildungs- und Einsatzintensität zu bewältigen seien, wurden kritisch diskutiert. So ist das Tagesgeschäft unserer Feuerwehr keineswegs geringer geworden und die klassische Struktur der Organisation Feuerwehr nicht grenzenlos belast- oder aufweichbar. So wurde das Konzept sehr behutsam angegangen und schrittweise in der Ottobrunner Feuerwehr verankert. Die Einsatzzahlen haben sich bei durchschnittlich 270 je Jahr eingependelt.